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Gelingende kooperative Lernszenarien

von Thomas Tribelhorn

Die Erinnerung an Gruppenarbeiten löst oft zwiespältige Gefühle aus.

Wer erinnert sich nicht an quälende Gruppenarbeiten, welche letztlich zu keinem fühlbaren Lernertrag geführt haben. Andererseits waren die meisten schon Mitglied in einer Arbeits- oder Lerngruppe, in der es rund lief, die Arbeit in der Gruppe Spass machte und das Ergebnis sich sehen lassen konnte. Damit kooperative Lernszenarien gelingen, müssen wichtige Punkte beachtet werden.

10 Bedingungen für gelingendes Gruppenlernen

Hinter gehaltlosen Gruppenarbeiten steckt häufig ein kaum durchdachtes Lernszenario ohne konkrete Aufträge. Der Satz «... arbeiten Sie bitte in Gruppen ...» ist eine höchst unzureichende Anweisung und führt fast immer zu Frustration bei allen Beteiligten. Interessanterweise belegt die Lernforschung jedoch, dass gut gestaltete kooperative Lernszenarien sich deutlich positiv auswirken, unter anderem auf den gegenseitigen Support, den Studienerfolg, auf das Selbstvertrauen der Studierenden oder deren Einstellung zum Studium generell.

Damit kooperative Lernszenarien aber tatsächlich zu einem Mehrwert für die Beteiligten führen, müssen wichtige Gestaltungsmerkmale berücksichtigt werden. Die folgenden zehn Punkte sollten auf jeden Fall beachtet werden:

  1. Geeignete Infrastruktur
  2. Griffbereites Material
  3. Offenes Lernszenario
  4. Positives Klima
  5. Einleuchtender Ablauf
  6. Angemessene Gruppengrösse
  7. Definierte Rollen
  8. Klare Arbeitsaufträge
  9. Positive Interdependenz
  10. Engagierte Lehrperson

Je nach Rahmenbedingungen, Zielgruppe, Zielen und Inhalten lässt sich dies mit unterschiedlichen Massnahmen und Methoden herbeiführen. Wichtig ist zudem, dass Gruppenarbeiten nicht als «Alibi-Aktivierung» eingesetzt werden und dass kooperatives Lernen je nach Unterrichtskultur mit anfangs kürzeren Sequenzen sanft eingeführt werden muss. Im hochschuldidaktischen Kursprogramm der Uni Bern werden in verschiedenen Kursen und Workshops im Modul 2 (Methoden der Vermittlung) konkrete Unterrichtssituationen der Teilnehmenden optimiert, um Gruppenlernsequenzen ertragreicher zu gestalten.