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Zuhörende reagieren auf nonverbale Signale

von Silke Wehr Rappo & Thomas Tribelhorn

Der Kontakt zum Publikum beeinflusst dessen Aufmerksamkeit

Der Kontakt zum Publikum beeinflusst dessen Aufmerksamkeit

Lehrende steuern die Aufmerksamkeit von Studierenden nicht nur durch Worte, sondern auch über nonverbale Signale. Einige von Joachim Bauer genannte Prinzipien (Bauer 2007) lassen sich aus dem Schulkontext durchaus auf die Arbeit mit Studierenden übertragen. Achten Sie auf folgende Punkte, damit Ihnen das studentische Publikum noch lieber zuhört:

Selbstwahrnehmung:

Prüfen Sie vor Ihrem Auftritt in der Lehrveranstaltung, ob Sie überhaupt wahrgenommen werden wollen. Wenn Sie eigentlich gar nicht «auf die Bühne» möchten, wird das Publikum entsprechend reagieren.

Stress:

Wenn Sie sich durch Arbeitspensum, Zeitnot oder anderes gehetzt fühlen, gehen Signale des «Gejagtseins» von Ihnen aus. Machen Sie sich diese Gefühle bewusst und versuchen Sie, sich auf die Kontakte mit den Studierenden in der Lehrveranstaltung zu konzentrieren.

Freimut:

Für einen guten Kontakt ist auch wichtig, dass Sie Lebensfreude und Freundlichkeit zeigen können. An gewissen Tagen fällt einem das etwas schwerer. Schon das Bewusstsein darüber ist aber ein erster Schritt.

Kontaktaufnahme:

Nach der Begrüssung sollten Sie nicht gleich mit Inhaltlichem loslegen, sondern sich Zeit für den Beziehungsaufbau nehmen. Gehen Sie auf die Stimmung im Raum ein, berichten Sie etwas Persönliches oder nehmen Sie Bezug auf ein aktuelles Tagesgeschehen. Zeigen Sie sich als Mensch.

Variation:

Die Lehrveranstaltung sollte nicht stereotyp in immer gleicher Art und Weise beginnen. Informieren Sie sich über Einstiegsvarianten, entweder im Kollegium, bei der hochschuldidaktischen Beratung oder in entsprechender Literatur.

Zuwendung:

Bleiben Sie den Studierenden immer zugewandt und verschanzen Sie sich nicht hinter dem Pult. Auch beim Anschreiben an eine Tafel möglichst oft den Kontakt suchen und dem Publikum zugewandt sein.

Würde:

Bei Unruhe nähern Sie sich ruhig mit aufrechter, selbstsicherer Haltung der redenden Gruppe. Schon das kann Wirkung zeigen. Lassen Sie sich andernfalls nicht vor dem Plenum auf eine Auseinandersetzung ein. Sprechen Sie mit der Gruppe gesondert in Ruhe z.B. in einer Pause.
 

Literatur:

Bauer, J. (2007): Lob der Schule. Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern. Hamburg: Hoffmann und Campe.