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Kurz vor Schluss verbreitet sich Unruhe

von Silke Wehr Rappo

Sechs Ideen zur Sicherstellung eines gelungenen Abschlusses.

Wenn Studierende kurz vor Veranstaltungsende unruhig werden und beginnen ihre Sachen zusammenzupacken, ist das womöglich ein nonverbaler Hinweis an die Dozierenden, die die Veranstaltungszeiten nicht immer einhalten. Es kann aber auch ein Zeichen der Müdigkeit, Sättigung oder anderes sein. Wie verhindert man, dass die Studierenden schon fünf Minuten vor Schluss ihre Sachen zusammenräumen?

Der Abschluss ist jedoch für einen nachhaltigen Lernerfolg und für die Vorbereitung der nächsten Lehrveranstaltungssitzung sehr wichtig (Eggleston & Smith 2002, nach Brauer 2014). Die folgenden Vorschläge können Ihnen dabei helfen, die Aufmerksamkeit der Studierenden bis zum Veranstaltungsende hoch zu halten oder sie gegen Ende gar zu erhöhen.

Sechs Ideen für einen gelungenen Abschluss

  1. Fassen Sie kurz vor Ende der Veranstaltung alles gut strukturiert zusammen. Weisen Sie darauf hin, dass die zusammengefassten Inhalte prüfungsrelevant sind.
  2. Formulieren Sie die wichtigste Kernaussage der Sitzung, indem Sie z.B. sagen: "Wenn Sie sich in zehn Jahren nicht mehr an diese Vorlesung erinnern, dann sollten Sie doch eine Sache behalten haben, nämlich…"
  3. Bauen Sie einen Spannungsbogen zur nächsten Sitzung auf. Stellen Sie eine Frage, deren Antwort in der Pflichtlektüre zu finden ist und die Sie beim nächsten Mal zu Beginn thematisieren.
  4. Treffen Sie eine Vereinbarung mit den Studierenden, dass diese nicht vor Veranstaltungsende Unruhe verbreiten und bieten Sie bei Einhaltung eine Gegenleistung an. Verpflichten Sie sich z.B. stets pünktlich oder sogar ein paar Minuten früher aufzuhören. 
  5. Sie können auch generell fünf Minuten früher inhaltlich abschliessen und den Studierenden offerieren, die letzten fünf Minuten für individuelle Fragen zur Verfügung zu stehen. Studierende, die es nicht wagen, sich im Plenum öffentlich zu äussern, werden das gerne nutzen.
  6. Und wenn dann doch mal Unruhe aufkommt, genügt es oftmals schon, das Problem offen anzusprechen: "Es ist 11 Uhr 55 und Ihr Magen knurrt womöglich. Ich brauche aber noch fünf Minuten Ihre volle Aufmerksamkeit. Das heisst, Sie räumen nicht zusammen und sehen nicht auf die Uhr. Einverstanden?"

Literatur:
Brauer, M. (2014). An der Hochschule lehren. Praktische Ratschläge, Tricks und Lehrmethoden. Berlin, Heidelberg: Springer VS.
Eggleston, T. & Smith, G. (2002). Parting ways. Ending your course. APS Observer, 15 (3).