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Gruppenbefindlichkeit auf einen Blick

von Lydia Rufer

Bei Gruppenarbeiten im Notfall unterstützen können, ohne zu stören

Wenn Kleingruppen schweigen oder in ihrer Arbeit zu stocken scheinen, Fragezeichen in den Gesichtern zu sehen sind oder lautstarke Auseinandersetzungen stattfinden, neigen Lehrpersonen dazu, zu den entsprechenden Gruppen zu gehen und ihre Hilfe anzubieten bzw. nach eventuellen Problemen zu fragen. Damit nehmen sie den Lernenden in der Gruppe aber ggf. die Möglichkeit, aufgetretene Probleme selbst zu lösen.

Sobald die Lehrperson neben dem Gruppenarbeitstisch steht und Hilfe anbietet, ist die Motivation zum eigenständigen Lösen des Problems aber ggf. verschwunden, denn sich helfen lassen wirkt auf den ersten Blick meist einfacher als Probleme selbst zu lösen.

Wer sicher gehen möchte, als Lehrperson nicht einen wichtigen Lernprozess einer Gruppe unnötig zu stören, kann jeder Gruppe ein mehrfarbiges Signal mitgeben:

  • Kleben Sie drei Papiere oder Karten mit den Farben grün, orange und rot zu einem Dreieck zusammen.
     
  • Geben Sie jeder Gruppe ein solches Dreieck mit.
     
  • Sagen Sie den Gruppen, sie mögen das Signal mit der Farbe in Ihre Richtung aufstellen, in der sich ihr Arbeitsprozess gerade befindet:
    • Grün: „alles in Ordnung, wir arbeiten“
    • orange: „wir kommen nicht so gut voran und wissen nicht ganz genau, ob wir auf dem richtigen Weg sind – bitte im Auge behalten“
    • Rot: „wir haben ein Problem, das wir nicht eigenständig lösen können. Wir bitten um Unterstützung“

So kommen Sie den Kleingruppen nur dann zu Hilfe, wenn sie wirklich Hilfe brauchen.

Tipp:

Stellen Sie den Studierenden zusätzlich das Procedere „Mikroartikel“ oder „Paula“ vor, wenn Sie möchten, dass diese Probleme beim Arbeiten in Gruppen möglichst eigenständig lösen.
 

Literatur:

Die Anregung stammte von einer Kursteilnehmerin.