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Scholarship of Teaching and Learning (SoTL)

von Roman Suter

Die eigene Lehre untersuchen – systematisch und reflektiert

Viele Dozierenden begegnen während ihrer Lehrtätigkeit immer wieder ähnlichen Phänomen, Fragen oder Diskrepanzen in der Zusammenarbeit mit ihren Studierenden. Dank kleiner Lehrforschungsprojekte erhalten Dozierende ein vertieftes Verständnis für das Lernen ihrer Studierenden und für die Wirkung ihres Lehrangebots.

1. Was ist SoTL?

SoTL bezeichnet nach Huber (2014) die systematische Auseinandersetzung von Dozierenden mit ihrer eigenen Lehre und mit dem Lernen ihrer Studierenden. Eingebettet in Konzepte wie Selbstevaluation, Design Based Research, Aktions- und Praxisforschung geht es bei SoTL explizit darum, die erzielten Ergebnisse zu teilen, die Erkenntnisse konzeptgeleitet zu diskutieren und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ziel von SoTL ist auf der Seite der Studierenden die Steigerung des Lernerfolgs, auf der Seite der Dozierenden deren Professionalisierung in der Lehre.

2. Was sind mögliche Fragestellungen?

Im Rahmen von SoTL-Projekten lassen sich je nach Erkenntnisinteresse sehr unterschiedliche Forschungsfragen bearbeiten. Grundsätzlich sollen die Fragen für die Dozierenden und auch die Studierenden eine bestimmte Relevanz aufweisen, die zu untersuchende Lehr-Lernsituation sollte beeinflussbar sein und der zeitliche Aufwand sollte innerhalb eines machbaren Rahmens bewegen. Ganz grob lassen sich drei Gruppen von möglichen SoTL-Fragestellungen unterscheiden:

Was funktioniert (gut)?

Fragen rund um die Wirksamkeit von bestimmten Lehrinterventionen für das Lernen der Studierenden, z.B. Lernen meine Studierenden auf eine bestimmte Art und Weise besser und wie finde ich das heraus? Lernen Studierende mit der Online-Version meines Kurses gleich viel wie jene des traditionellen Kurses?

Wie ist der aktuelle Stand?

Fragen rund um Massnahmen, die getroffen werden, um den Lernprozess der Studierenden zu unterstützen, z.B. Was passiert, wenn meine Studierenden lernen? Wie nehmen meine Studierenden die Arbeit mit PBL auf? Wie gehen Studierende beim Lernen eines konkreten Konzepts vor, wo haben sie Probleme?

Was wäre künftig möglich/veränderbar?

Fragen, die auf potenziell weiterführende Aspekte einer Lehrintervention abzielen, z.B. Was passiert, wenn ich einen komplett neuen Zugang ausprobiere? Ich möchte die Studierenden dazu bringen, vermehrt selbstgesteuert zu arbeiten. Kann ich ihnen dabei helfen, effektiver zu lernen?

3. Wo finde ich Beispiele aus meinem Fachgebiet?

Folgende Zeitschriften sind auf die Publikation von SoTL-Projekten spezialisiert:

4. Wo erhalte ich Unterstützung?

Der Bereich Hochschuldidaktik & Lehrentwicklung unterstützt Sie sehr gerne und auf verschiedenen Ebenen bei der Realisierung Ihres Lehrforschungsprojekts:

  • Einmal pro Semester findet im Rahmen der Initiative FEDERALL (Faculty and Edcuational Development Research Alliance) ein Brown Bag Lunch statt, bei dem sich Lehrende der Uni Bern über ihre Lehrforschungsprojekte austauschen.
  • in hochschuldidaktschen Weiterbildungskursen erarbeiten die Teilnehmenden Fragestellungen, wenden Datenerhebungs- und Datenauswertungsmethoden an und teilen ihre Ergebnisse innerhalb der Kursgruppe.
     

5. Literatur

Huber, Ludwig (2014): Scholarship of Teaching and Learning: Konzept, Geschichte, Formen, Entwicklungsaufgaben. In: Huber, Ludwig; Pilniok, Arne; Sethe, Rolf; Szczyrba, Birgit; Vogel, Michael (Hrsg.): Forschendes Lehren im eigenen Fach. Scholarship of Teaching and Learning in Beispielen. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag. S. 19-36.

Trigwell, Keith (2012): Scholarship of Teaching and Learning. In: Hunt, Lynne; Chalmers, Denise (Hrsg.): University Teaching in Focus. A learning-centered approach. London and New York: Routledge. S. 253-267.