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Betreuung schriftlicher Arbeiten – Lust oder Frust?

von Silke Wehr Rappo

Acht Tipps für die Beratung von Studierenden.

Die Betreuung schriftlicher Arbeiten ist für das Lehrpersonal häufig eine Herausforderung. Studierende, die sich nicht an Vereinbarungen halten, die viel Hilfestellung einfordern oder schlechte Ergebnisse abliefern, machen die Betreuung schriftlicher Arbeiten für viele Lehrpersonen zu einer wenig freudvollen Aufgabe.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den Betreuungsprozess für beide Seiten gewinnbringender zu gestalten:

Häufige Fragen – FAQ-Liste veröffentlichen

Fragen, die häufig in der Sprechstunde gestellt werden, können in einer Liste mit den Antworten gesammelt werden, um sie beispielsweise auf einer Lernplattform zugänglich zu machen.

Studierende müssen Fragen schriftlich einreichen (z. B. per E-Mail)

Folgende Vorteile sind damit verbunden:

  1. Die Lehrperson kann sich auf das Beratungsgespräch vorbereiten.
  2. Falls die Fragen durch die Studierenden selbst beantwortet werden können, kann die Lehrperson schon vorgängig auf vorhandene Hilfsmittel (Leitfäden etc.) verweisen.
  3. Es besteht die Chance, dass die Studierenden vor der Verschriftlichung überlegen, wie relevant ihre Frage ist und ob sie gegebenenfalls durch eigene Anstrengung eine Antwort finden können.

Klärung der eigenen Rolle im Betreuungsprozess vornehmen und klare Haltung signalisieren.

Gegebenenfalls bewusst variable Rollen einnehmen und ausdrücken. 

Führungskompetenz entwickeln

Diese ist erforderlich bei der Arbeit mit Studierenden.

Rahmenbedingungen für den Betreuungsprozess definieren

Z. B. Zeitkontingent für Besprechungen.

Klare Richtlinien kommunizieren

Rechte und Pflichten in einer Lernvereinbarung festhalten.

Studierende müssen Exposé/Disposition abgeben

Das Einreichen eines Exposés/einer Disposition erleichtert den Betreuungsprozess.

Das Feedback und neue Meilensteine, die in der Sprechstunde gesetzt wurden, verschriftlichen lassen

Dies erhöht die Verbindlichkeit.

Quellen:

Boettcher, W. & Meer, D. (2000). „Ich hab nur ne ganz kurze Frage“ – Umgang mit knappen Ressourcen. Sprechstundenkommunikation an der Hochschule. Neuwied: Luchterhand Verlag.
Hoffman-Zang, E. (2011). Lehrperson oder Servicecenter? Zeitökonomische Beratung und Betreuung von Studierenden. In: Wehr, S. & Tribelhorn, Th. (Hrsg.). Bolognagerechte Hochschullehre. Beiträge aus der hochschuldidaktischen Praxis. Bern u.a.: Haupt Verlag.
Meer, D. (2003). „Wollen Sie auch eine Bescheinigung?“ – Probleme und Verhaltensmöglichkeiten in hochschulischen Sprechstundengesprächen. In: Neues Handbuch Hochschullehre. Loseblattsammlung. F 2.3. Berlin: Raabe Verlag.

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