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(Fast) wie im richtigen Leben...

von Roman Suter

Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Planspielen

Allgemeines

Ein Planspiel ist eine Simulationsmethode, anhand derer soziale Konflikte und dilemmatische Entscheidungsprozesse von Interessengruppen realitätsnah nachgeahmt werden können. Die Mitspielenden identifizieren sich mit der Position einer bestimmten Akteurengruppe und versuchen, deren Interessen optimal zu vertreten. Sie können so Verhaltensweisen ausprobieren und erleben deren unmittelbare Konsequenzen. Grundlage für Planspiele sind im Vergleich zur Realität komplexitätsreduzierte, offene Szenarien. Dadurch erhalten die Mitspielenden Einsicht in grössere Zusammenhänge und Wechselwirkungen, was der Attraktion der Lernsituation zuträglich ist.

Erfolgsfaktoren

Beachten Sie bei der Planung und Durchführung von Planspielen folgende Aspekte:

Aktivierung durch Entscheidung:

Die Studierenden müssen in Planspielen aktiv werden. Sie identifizieren sich mit ihrer Rolle und tauchen dadurch in die Spielsituation ein. Sie treffen im Team Entscheidungen, führen Verhandlungen und kooperieren bzw. konkurrieren mit den Mitspielenden.

Modell:

Handlungen und Entscheidungen können am realen System oft nicht ausprobiert werden. Bei der Arbeit mit Planspielen ist es deshalb zentral, dass in den Prozessen die Realität möglichst genau abgebildet wird.

Dynamik:

In Planspielen müssen Studierende auf die Eigendynamik des Systems und das Verhalten der Mitspielenden reagieren können. Diese Veränderungsprozesse können von der Spielleitung vorgegeben oder den Teilnehmenden überlassen werden.

Learning Outcomes:

Planspiele eignen sich nur bedingt für die Vermittlung von Faktenwissen. Sollen aber fachlich-sachliches (Analyse, Strukturierung, Erkennen von Zusammenhängen, Verständnis und Entscheidungsfindung) oder sozial-kommunikatives (Diskussion, Präsentation, Verhandlung und Konfliktbewältigung) Problemlöseverhalten geübt werden, sind Planspiele die Methode der Wahl.

Planspiele können enorm aktivierend und motivierend sein – beides enorm wichtige Faktoren für vertiefte Lernprozesse. Die Simulation sozialer Systeme birgt lernpsychologisch betrachtet ein enormes Potential. Die Entwicklung eigener Planspiele ist allerdings mit gewissem Aufwand verbunden, eine Zusammenarbeit im Team mit Lehrenden und Lernenden ist sehr zu empfehlen.
 

Literatur

  • Klippert, Heinz (2008): Planspiele. Spielvorlagen zum sozialen, politischen und methodischen Lernen in Gruppen. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.
  • Capaul, Roman & Ulrich, Markus (2010). Planspiele: Simulationsspiele für Unterricht und Training. Altstätten: Tobler Verlag